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Tröpfchenübertragung
Bei der Tröpfchenübertragung werden Mikroorganismen über größere respiratorische Partikel weitergegeben, die beim:
- Sprechen
- Husten
- Niesen
freigesetzt werden können.
Für typische lokale Piercinginfektionen spielt dieser Übertragungsweg meist eine geringere Rolle als beispielsweise:
- Hände
- Schmierkontakt
- Blut
- kontaminierte Gegenstände
- direkter Haut- oder Schleimhautkontakt
In bestimmten Arbeitssituationen im Piercingstudio kann die Tröpfchenübertragung dennoch relevant sein.
Wie entsteht Tröpfchenübertragung?
Beim:
- Husten
- Niesen
- Sprechen
können Sekrettröpfchen aus Mund und Atemwegen freigesetzt werden.
Diese können auf:
- Schleimhäute
- Haut
- Arbeitsflächen
- Materialien
gelangen.
Nähe spielt eine wichtige Rolle
Größere Tröpfchen legen meist nur begrenzte Strecken zurück.
Deshalb ist enger Kontakt besonders relevant.
Im Piercingstudio betrifft dies vor allem Arbeiten im Bereich von:
- Gesicht
- Nase
- Lippen
- Mund
- Zunge
Hier befindet sich der Piercer teilweise sehr nah am Gesicht des Kunden.
Tröpfchen oder Aerosol?
Tröpfchen und Aerosole sind nicht exakt dasselbe.
Tröpfchen
sind vergleichsweise größere Partikel, die sich schneller absetzen.
Aerosole
bestehen aus kleineren Partikeln, die länger in der Luft verbleiben können.
In der modernen Infektionslehre wird diese Trennung nicht immer als starre Grenze betrachtet.
Für die Piercingpraxis ist entscheidend:
Atemwegssekrete können Mikroorganismen verbreiten und Arbeitsbereiche kontaminieren.
Welche Mikroorganismen können so übertragen werden?
Über Atemwegssekrete können unterschiedliche Erreger verbreitet werden.
Dazu können gehören:
- respiratorische Viren
- bestimmte Bakterien
Welche Bedeutung besteht, hängt stark vom jeweiligen Erreger ab.
Nicht jeder Mikroorganismus, der beim Piercing relevant ist, wird über Tröpfchen übertragen.
Keine typische Ursache klassischer Piercinginfektionen
Bei klassischen lokalen Piercinginfektionen sind andere Übertragungswege meist wesentlich bedeutsamer.
Dazu gehören insbesondere:
- direkte Berührung
- Hände
- kontaminierter Schmuck
- kontaminierte Instrumente
- Wasser
- mechanisch geschädigte Haut
Deshalb sollte eine lokale Entzündung am Piercing nicht automatisch mit einer Tröpfchenübertragung erklärt werden.
Tröpfchen auf sterile Materialien
Im Arbeitsbereich sollten sterile Materialien vor unnötigem Kontakt mit Atemwegssekreten geschützt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Piercingnadeln
- sterile Instrumente
- vorbereiteter Schmuck
- sterile Kompressen
Offen liegende Materialien können kontaminiert werden.
Sprechen über dem Arbeitsfeld
Unnötiges Sprechen unmittelbar über:
- sterile Materialien
- offene Wunden
- vorbereiteten Schmuck
sollte vermieden werden.
Das gilt besonders bei Arbeiten im Gesicht oder Mundbereich.
Husten und Niesen
Beim Husten oder Niesen können deutlich größere Mengen respiratorischer Sekrete freigesetzt werden.
Deshalb sollte nicht:
- in Richtung Kunde
- über sterile Materialien
- über offene Instrumentensets
gehustet oder geniest werden.
Atemwegsinfektion beim Piercer
Bei deutlichen Symptomen einer infektiösen Atemwegserkrankung sollte geprüft werden, ob eine Behandlung verantwortbar durchgeführt werden kann.
Besonders relevant sind Tätigkeiten mit engem Gesichtskontakt.
Atemwegsinfektion beim Kunden
Auch ein Kunde mit:
- starkem Husten
- häufigem Niesen
- akuter Atemwegsinfektion
kann Sekrete im Arbeitsumfeld verbreiten.
Bei Piercings im:
- Mund
- Lippenbereich
- Nasenbereich
ist dies besonders relevant.
Mund-Nasen-Schutz
Ein geeigneter Mund-Nasen-Schutz kann die Abgabe respiratorischer Partikel reduzieren.
Ob und wann er erforderlich beziehungsweise sinnvoll ist, hängt ab von:
- Tätigkeit
- Infektionslage
- Hygienekonzept
- gegebenenfalls rechtlichen oder arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben
Handschuhe schützen nicht vor Tröpfchen
Handschuhe schützen die Hände vor direktem Kontakt.
Sie verhindern jedoch nicht, dass Tröpfchen auf:
- Gesicht
- Augen
- Kleidung
- Arbeitsflächen
gelangen.
Deshalb müssen unterschiedliche Schutzmaßnahmen kombiniert werden.
Augen als Schleimhaut
Auch die Augen beziehungsweise die Bindehaut sind Schleimhautflächen.
Bei Tätigkeiten mit möglichem:
- Spritzen
- Blutkontakt
- Sekretkontakt
kann je nach Situation ein Augenschutz sinnvoll sein.
Flächenkontamination
Tröpfchen können auf Oberflächen gelangen.
Danach kann eine zweite Übertragung stattfinden:
Tröpfchen → Oberfläche → Hand → Piercing
In diesem Fall geht die ursprüngliche Tröpfchenkontamination in eine Schmierübertragung über.
Mehr dazu:
Reinigung und Desinfektion
Arbeitsflächen sollten entsprechend dem Hygienekonzept:
- gereinigt
- desinfiziert
werden.
Besonders wichtig sind häufig berührte Bereiche wie:
- Arbeitsflächen
- Lampengriffe
- Liegen
- Ablagen
Mund- und Lippenpiercings
Bei Piercings im Mundbereich besteht besonders enger Kontakt mit:
- Speichel
- Schleimhaut
- Atemwegen
Hier überschneiden sich mehrere mögliche Übertragungswege.
Dazu gehören:
- direkter Schleimhautkontakt
- Speichel
- Tröpfchen
- Hände
Mehr dazu:
Tröpfchenübertragung und frische Piercings
Nach dem Piercing ist Tröpfchenkontakt normalerweise nicht der zentrale Risikofaktor.
Wesentlich wichtiger sind im Alltag:
- ungewaschene Hände
- Manipulation am Schmuck
- kontaminierte Gegenstände
- mechanische Reizung
Wichtig für die Piercingpraxis
Tröpfchenübertragung ist im Piercingbereich vor allem ein Thema der:
- allgemeinen Infektionsprävention
- Atemwegshygiene
- Arbeitsorganisation
- Vermeidung unnötiger Kontamination steriler Materialien
Sie ist dagegen meist nicht der wichtigste Übertragungsweg für typische lokale Piercinginfektionen.
Besonders relevant ist sie bei engem Arbeiten im:
- Gesichtsbereich
- Nasenbereich
- Mundbereich
