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Inhaltsverzeichnis
Pflegeprodukte bei Piercings
Bei der Pflege eines neuen oder problematischen Piercings werden sehr unterschiedliche Produkte verwendet.
Dabei ist wichtig zu unterscheiden zwischen:
- einfacher Reinigung,
- antiseptischer beziehungsweise antimikrobieller Wirkung,
- Wundpflege,
- kosmetischer Pflege,
- Arzneimitteln.
Nicht jedes Produkt ist für:
- jede Piercingstelle,
- jede Heilungsphase,
- jede Komplikation
gleichermaßen geeignet.
Auch mehrere Produkte gleichzeitig anzuwenden bedeutet nicht automatisch eine bessere Pflege.
Diese Übersicht führt zu den einzelnen Themen.
Grundlagen
Kochsalzlösung und Salzprodukte
Hier wird unter anderem erklärt:
- warum NaCl 0,9 % kein Antiseptikum ist,
- wie Krusten und Verklebungen eingeweicht werden können,
- warum sterile Einzeldosisampullen praktisch sind,
- welche Unterschiede zwischen Kochsalzlösung, Meerwasser und Salzsprays bestehen,
- warum selbst angesetztes Salzwasser nicht empfohlen wird.
Kosmetische Piercingpflege
Auf dieser Seite geht es unter anderem um:
- kosmetische Piercingpflegeprodukte,
- Inhaltsstofflisten und INCI-Angaben,
- Studio-Eigenmarken,
- Verkaufsprodukte aus Tattoo- und Piercingstudios,
- antimikrobielle Inhaltsstoffe,
- Werbeaussagen,
- die Frage, wann ein Pflegeprodukt tatsächlich sinnvoll ist.
Wichtig:
Ein Produkt ist nicht automatisch geeignet, nur weil es in einem Piercingstudio verkauft oder empfohlen wird.
Ein professionell empfohlenes Produkt sollte hinsichtlich:
- Inhaltsstoffen,
- Zweckbestimmung,
- Anwendung,
- möglichen Einschränkungen
nachvollziehbar beurteilt werden können.
PHMB, Betain und Biofilm
Diese Seiten erklären unter anderem:
- die antimikrobielle Wirkung von PHMB,
- die reinigende und oberflächenaktive Wirkung von Betain,
- Biofilmmanagement,
- Unterschiede zwischen Prontolind und Prontosan,
- mögliche Grenzen einer langfristigen Anwendung,
- besondere Vorsicht bei stark geschädigten Knorpelpiercings.
Mehr zum Thema Biofilm:
Antiseptische Produkte
Antiseptische Produkte sind nicht automatisch für jedes Piercing notwendig.
Entscheidend sind:
- Körperregion,
- Gewebezustand,
- vorgesehene Anwendung,
- Wirkstoff,
- Anwendungshäufigkeit,
- Anwendungsdauer.
Arzneimittel und medizinische Wirkstoffe
Arzneimittel sollten nicht allein deshalb angewendet werden, weil ein Piercing:
- rot,
- geschwollen,
- gereizt
ist.
Zunächst muss unterschieden werden zwischen:
- normaler Wundheilung,
- mechanischer Reizung,
- allergischer Reaktion,
- Infektion,
- anderer Komplikation.
Antibiotika bei Piercinginfektionen
Zusätzlich wichtig:
Bei einer bakteriellen Infektion muss berücksichtigt werden:
- welche Körperregion betroffen ist,
- welche Erreger wahrscheinlich sind,
- ob ein Abszess besteht,
- ob Knorpel beteiligt ist,
- ob das verwendete Antibiotikum das relevante Erregerspektrum abdeckt.
Schmuck bei einer Infektion entfernen?
Ein infiziertes Piercing sollte nicht automatisch entfernt werden.
Ebenso darf Schmuck aber auch nicht grundsätzlich immer im Gewebe verbleiben.
Die Entscheidung hängt unter anderem ab von:
- Schwellung,
- Schmucklänge,
- Einbettung,
- Abszessbildung,
- Gewebeschädigung,
- notwendiger medizinischer Behandlung.
Problematische oder ungeeignete Produkte
Ein Produkt kann antimikrobiell oder gewebsverändernd wirken und trotzdem für die routinemäßige Piercingpflege ungeeignet sein.
Entscheidend ist immer das Verhältnis zwischen:
- gewünschter Wirkung,
- Gewebeverträglichkeit,
- tatsächlicher Notwendigkeit.
Schnellhilfe
Krusten oder Verklebungen
→ Sterile Kochsalzlösung NaCl 0,9 %
Unsicher, welche Salzlösung geeignet ist
→ Kochsalzlösung, Meerwasser und Salzsprays
Pflegeprodukt aus einem Piercingstudio beurteilen
→ Kosmetikprodukte bei Piercings
Prontolind oder Prontosan?
Biofilm
Mehrere Pflegeprodukte gleichzeitig
→ Pflegeprodukte miteinander kombinieren?
Zu häufige oder zu intensive Pflege
Eiter oder Verdacht auf Infektion
Vereitertes Knorpelpiercing
→ Antibiotika bei Knorpelpiercing-Infektionen
Antibiotikum wirkt nicht
→ Antibiotika – was tun, wenn keine Besserung eintritt?
Wann ärztlich abklären?
Der wichtigste Grundsatz
Bei Piercingpflege gilt nicht:
„Je mehr Produkte, desto besser.“
Ein Produkt sollte eingesetzt werden, weil es für die konkrete Situation einen nachvollziehbaren Zweck erfüllt.
Vor der Anwendung sollte deshalb möglichst bekannt sein:
- was das Produkt enthält,
- was es bewirken soll,
- für welche Körperregion es vorgesehen ist,
- wie lange es angewendet werden soll,
- wann es nicht verwendet werden sollte,
- ob es mit anderen Produkten kombiniert werden darf.
So wenig wie möglich – so viel wie tatsächlich notwendig.
