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Antibiotikaresistenzen bei Piercinginfektionen
Antibiotikaresistenzen entstehen, wenn Bakterien gegenüber einem oder mehreren Antibiotika:
unempfindlich oder deutlich weniger empfindlich
werden.
Das bedeutet:
Ein Antibiotikum, das gegen einen bestimmten Erreger normalerweise wirksam sein kann, wirkt gegen einen konkreten resistenten Bakterienstamm nicht mehr ausreichend.
Für Piercinginfektionen ist das besonders wichtig, weil ein Therapieversagen nicht automatisch bedeutet:
„Das Antibiotikum war zu schwach.“
Es kann auch bedeuten:
Der Erreger ist gegenüber diesem Antibiotikum resistent.
Was bedeutet Resistenz genau?
Eine Resistenz ist eine Eigenschaft des:
Bakteriums
und nicht des Menschen.
Der Körper wird also nicht „resistent gegen Antibiotika“.
Richtig ist:
Bakterien können resistent gegen Antibiotika sein oder werden.
Wie können Resistenzen entstehen?
Bakterien können Resistenzen auf unterschiedliche Weise besitzen oder erwerben.
Dazu gehören:
- natürliche Resistenz,
- genetische Mutation,
- Aufnahme von Resistenzgenen,
- Weitergabe von Resistenzgenen zwischen Bakterien.
Natürliche Resistenz
Manche Bakterien sind gegenüber bestimmten Antibiotikaklassen von Natur aus unempfindlich.
Das nennt man:
intrinsische oder natürliche Resistenz.
Ein wichtiges Beispiel ist:
Pseudomonas aeruginosa.
Pseudomonas besitzt aufgrund seiner biologischen Eigenschaften eine natürliche geringe Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika.
Erworbene Resistenz
Eine erworbene Resistenz entsteht, wenn ein ursprünglich empfindlicher Bakterienstamm Resistenzmechanismen entwickelt oder entsprechende Gene erhält.
Dadurch kann ein Antibiotikum, das früher wirksam war, später unwirksam werden.
Resistenzgene können weitergegeben werden
Bakterien können genetisches Material untereinander austauschen.
Dadurch können Resistenzgene beispielsweise über:
- Plasmide,
- andere mobile genetische Elemente
zwischen Bakterien übertragen werden.
Dieser Vorgang trägt zur Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien bei.
Antibiotika erzeugen nicht jede Resistenz neu
Ein wichtiger Punkt:
Antibiotika „machen“ nicht jedes einzelne Bakterium direkt resistent.
Vielmehr entsteht unter Antibiotikatherapie ein:
Selektionsdruck.
Empfindliche Bakterien werden gehemmt oder abgetötet.
Resistente Bakterien können dagegen:
- überleben,
- sich weiter vermehren,
- sich relativ stärker durchsetzen.
Warum fördert unnötiger Antibiotikaeinsatz Resistenzen?
Je häufiger und unnötiger Antibiotika eingesetzt werden, desto größer kann der Selektionsdruck auf Bakterienpopulationen werden.
Problematisch sind insbesondere:
- Antibiotika ohne bakterielle Indikation,
- ungeeignete Antibiotika,
- unnötig breite Antibiotikatherapie,
- eigenständige Einnahme aus Restbeständen.
Deshalb sollten Antibiotika gezielt eingesetzt werden.
Resistenz bedeutet nicht automatisch, dass gar kein Antibiotikum mehr wirkt
Ein Bakterium kann gegen:
ein bestimmtes Antibiotikum
resistent sein und gegenüber anderen Wirkstoffen weiterhin empfindlich bleiben.
Deshalb ist bei Therapieversagen die Frage nicht nur:
„Ist der Erreger resistent?“
sondern:
„Gegen welche Antibiotika ist er resistent und gegen welche empfindlich?“
Diese Frage kann ein:
Antibiogramm
beantworten.
Was ist Multiresistenz?
Von Multiresistenz spricht man, wenn ein Bakterium gegenüber mehreren wichtigen Antibiotikaklassen resistent ist.
Solche Erreger können die Behandlung deutlich erschweren.
Bekannte Beispiele sind:
- MRSA,
- bestimmte multiresistente gramnegative Bakterien.
MRSA
MRSA bedeutet:
Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus.
Diese Staphylococcus-aureus-Stämme besitzen eine Resistenz gegenüber bestimmten Beta-Laktam-Antibiotika.
MRSA kann:
- Haut besiedeln,
- ohne Krankheitssymptome vorhanden sein,
- unter geeigneten Bedingungen Infektionen verursachen.
Der Nachweis von MRSA bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine Piercinginfektion vorliegt.
Es muss zwischen:
- Besiedlung,
- tatsächlicher Infektion
unterschieden werden.
Resistente gramnegative Bakterien
Auch gramnegative Bakterien können erhebliche Resistenzprobleme entwickeln.
Dazu gehören unter anderem bestimmte:
- Enterobacterales,
- Pseudomonas aeruginosa,
- Acinetobacter-Arten.
Bei Piercinginfektionen ist insbesondere:
Pseudomonas aeruginosa
bei Knorpelpiercings relevant.
Pseudomonas und Resistenz
Pseudomonas besitzt mehrere Eigenschaften, die eine Antibiotikatherapie erschweren können.
Dazu gehören unter anderem:
- geringe Durchlässigkeit der äußeren Membran,
- Effluxpumpen,
- Enzyme, die Antibiotika inaktivieren können,
- Fähigkeit zur Biofilmbildung.
Zusätzlich können weitere erworbene Resistenzmechanismen auftreten.
Dadurch kann Pseudomonas gegenüber mehreren Antibiotikaklassen unempfindlich sein.
Warum ist Pseudomonas bei Knorpelpiercings besonders problematisch?
Bei einer Infektion des Ohrknorpels kann Pseudomonas zu einer:
Perichondritis
führen.
Wenn das zunächst eingesetzte Antibiotikum Pseudomonas nicht ausreichend erfasst, kann die Infektion weiter fortschreiten.
Mögliche Folgen sind:
- Abszess,
- Knorpelschädigung,
- Nekrose,
- bleibende Verformung.
Siehe:
Pseudomonas bei Knorpelpiercings
Resistenz oder falsches Wirkspektrum?
Diese beiden Situationen müssen unterschieden werden.
Falsches Wirkspektrum
→ Das Antibiotikum wirkt grundsätzlich nicht oder nur unzureichend gegen diese Bakterienart.
Resistenz
→ Das Antibiotikum könnte gegen diese Bakterienart grundsätzlich wirksam sein, der konkrete Stamm ist jedoch unempfindlich.
Beides kann zu:
Therapieversagen
führen.
Beispiel
Ein Antibiotikum kann hervorragend gegen:
Staphylococcus aureus
wirken.
Wenn die tatsächliche Infektion aber durch:
Pseudomonas aeruginosa
verursacht wird, kann das Antibiotikum trotzdem wirkungslos sein.
Das muss nicht bedeuten, dass eine erworbene Resistenz vorliegt.
Möglicherweise war das Medikament von Anfang an nicht für diesen Erreger geeignet.
Wie erkennt man eine Resistenz?
Eine Resistenz lässt sich nicht zuverlässig allein anhand des Aussehens des Piercings erkennen.
Verdächtig kann sein:
- fehlende Besserung trotz korrekter Therapie,
- Verschlechterung unter Antibiotikum,
- wiederkehrende Infektion,
- mehrfach erfolglose Antibiotikatherapie.
Sicher beurteilt wird die Empfindlichkeit durch eine:
mikrobiologische Untersuchung mit Antibiogramm.
Antibiogramm
Ein Antibiogramm untersucht, gegenüber welchen Antibiotika ein isolierter Erreger:
- empfindlich,
- erhöht exponierbar,
- resistent
ist.
Dadurch kann die Therapie gezielter angepasst werden.
Siehe:
Resistenz bedeutet nicht automatisch Behandlungsversagen
Selbst bei einem resistenten Erreger bestehen häufig noch andere Behandlungsmöglichkeiten.
Entscheidend ist:
- welcher Erreger vorliegt,
- welche Resistenzmechanismen bestehen,
- welche Antibiotika weiterhin wirksam sind,
- wie schwer die Infektion ist,
- wo die Infektion liegt.
Warum sollte nicht immer ein Breitbandantibiotikum gegeben werden?
Breitbandantibiotika erfassen viele unterschiedliche Bakterienarten.
Das kann in bestimmten Situationen notwendig sein.
Eine unnötig breite Behandlung kann jedoch:
- normale Mikroflora stärker verändern,
- mehr Nebenwirkungen verursachen,
- zusätzlichen Selektionsdruck erzeugen.
Deshalb gilt:
so gezielt wie möglich behandeln.
Antibiotic Stewardship
Unter:
Antibiotic Stewardship
versteht man den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika.
Ziele sind unter anderem:
- richtige Indikation,
- passender Wirkstoff,
- passende Dosierung,
- geeignete Therapiedauer,
- möglichst gezieltes Erregerspektrum,
- Vermeidung unnötiger Antibiotikatherapie.
Dieses Prinzip ist auch bei Piercinginfektionen wichtig.
Zu kurze Behandlung und Resistenz
Die Aussage:
„Wenn man ein Antibiotikum zu früh absetzt, entstehen automatisch Resistenzen“
ist zu stark vereinfacht.
Resistenzentwicklung ist komplex.
Eine unnötig lange Therapie kann ebenfalls Selektionsdruck erzeugen.
Deshalb sollte die Therapiedauer nicht nach allgemeinen Regeln wie:
„immer Packung aufbrauchen“
festgelegt werden.
Richtig ist:
Das Antibiotikum entsprechend der ärztlich festgelegten Behandlungsdauer anwenden und Änderungen nicht eigenständig vornehmen.
Antibiotika nicht eigenmächtig länger nehmen
Auch eine unnötig lange Einnahme kann problematisch sein.
Sie kann:
- Nebenwirkungen erhöhen,
- Darmflora verändern,
- Resistenzselektion fördern.
Deshalb gilt:
nicht kürzer und nicht länger als medizinisch vorgesehen.
Alte Antibiotikareste
Antibiotikareste aus früheren Erkrankungen sollten nicht eigenständig verwendet werden.
Probleme:
- falsches Antibiotikum,
- falsches Erregerspektrum,
- falsche Dosierung,
- unzureichende Tablettenmenge,
- mögliche Wechselwirkungen.
Eine solche Selbstbehandlung kann ein Therapieversagen begünstigen.
Antibiotika anderer Personen
Antibiotika dürfen nicht von anderen Personen übernommen werden.
Ein Medikament, das bei einer anderen Infektion geholfen hat, kann bei einer Piercinginfektion völlig ungeeignet sein.
Lokale Antibiotika und Resistenzen
Auch lokale antibiotische Präparate können Resistenzselektion begünstigen.
Deshalb sollten antibiotische:
- Cremes,
- Salben,
- Gele
nicht vorsorglich oder dauerhaft verwendet werden.
Tyrothricin
Tyrothricin ist ein lokal antibakteriell wirkender Wirkstoff.
Auch hier gilt:
Nicht jedes Piercingproblem ist eine geeignete Indikation.
Tyrothricin besitzt kein universelles Wirkspektrum gegen alle möglichen Piercingerreger.
Siehe:
Antiseptika und Antibiotikaresistenz sind nicht dasselbe
Antiseptika wie:
- Octenidin,
- Povidon-Iod,
- PHMB
wirken anders als klassische Antibiotika.
Der Begriff:
Antibiotikaresistenz
darf deshalb nicht automatisch auf Antiseptika übertragen werden.
Trotzdem können Mikroorganismen gegenüber Antiseptika toleranter sein
Mikroorganismen können auch gegenüber antiseptischen Wirkstoffen unterschiedliche Empfindlichkeiten oder Toleranzmechanismen zeigen.
Das ist jedoch nicht identisch mit klassischer klinischer Antibiotikaresistenz.
Deshalb sollte man nicht pauschal sagen:
„Ein Biofilm ist resistent gegen jedes Desinfektionsmittel.“
Biofilm und Antibiotikatoleranz
Bei Biofilmen muss besonders genau unterschieden werden.
Bakterien innerhalb eines Biofilms können gegenüber Antibiotika:
deutlich toleranter
sein als frei lebende Bakterien.
Das kann unter anderem zusammenhängen mit:
- Biofilmmatrix,
- verändertem Stoffwechsel,
- langsam wachsenden Zellen,
- unterschiedlichen Mikroumgebungen im Biofilm.
Diese erhöhte Toleranz ist nicht automatisch dasselbe wie eine genetisch vererbte Antibiotikaresistenz.
Resistenz und Toleranz unterscheiden
Resistenz
→ genetisch beziehungsweise biologisch bedingte Fähigkeit eines Bakteriums, trotz einer normalerweise wirksamen Antibiotikakonzentration zu wachsen.
Toleranz
→ Bakterien überleben eine Behandlung länger, ohne dass zwingend eine klassische Resistenz vorliegen muss.
Biofilme können deshalb die Behandlung erschweren, selbst wenn das Bakterium im Antibiogramm grundsätzlich als empfindlich erscheint.
Warum ist Biofilm bei Piercings relevant?
Piercings besitzen einen:
dauerhaften Fremdkörper.
Auf Schmuckoberflächen können Mikroorganismen anhaften.
Unter geeigneten Bedingungen können sich:
- Mikrocolonien,
- extrazelluläre Matrix,
- reifere Biofilmstrukturen
entwickeln.
Das bedeutet jedoch nicht:
Jedes chronisch gereizte Piercing besitzt automatisch einen klinisch relevanten Biofilm.
Siehe:
Warum kann ein empfindlicher Erreger trotzdem schlecht auf Therapie reagieren?
Ein Antibiogramm wird unter standardisierten Laborbedingungen durchgeführt.
Im Körper können jedoch zusätzliche Faktoren die Behandlung beeinflussen:
- Biofilm,
- schlechte Gewebedurchblutung,
- Abszess,
- nekrotisches Gewebe,
- Fremdkörper,
- unzureichende Wirkstoffkonzentration.
Deshalb bedeutet:
„im Antibiogramm empfindlich“
nicht automatisch:
„klinische Heilung garantiert.“
Abszess ist keine Antibiotikaresistenz
Wenn ein Antibiotikum bei einem Abszess nicht ausreichend wirkt, bedeutet das nicht automatisch, dass der Erreger resistent ist.
Die Ursache kann sein:
unzureichende Erreichbarkeit des Infektionsherdes.
Dann kann eine:
- Eröffnung,
- Drainage,
- chirurgische Entlastung
erforderlich sein.
Siehe:
Mechanische Ursache ist ebenfalls keine Resistenz
Bleibt ein Piercing trotz Antibiotikum rot oder gereizt, kann weiterhin bestehen:
- Druck,
- Reibung,
- falsche Schmucklänge,
- falscher Winkel,
- ständige Bewegung.
Das ist kein Beweis für eine Antibiotikaresistenz.
Siehe:
Wiederholte Antibiotikatherapien ohne Diagnostik
Wenn ein Piercing wiederholt mit unterschiedlichen Antibiotika behandelt wird, ohne die Ursache zu klären, kann das problematisch sein.
Dann sollte geprüft werden:
- liegt wirklich eine bakterielle Infektion vor?
- welcher Erreger ist beteiligt?
- besteht eine Resistenz?
- liegt ein Abszess vor?
- besteht eine mechanische Ursache?
- spielt Biofilm eine Rolle?
Wiederholtes Wechseln von Antibiotika ohne Diagnostik ist keine gute Dauerstrategie.
Wann ist ein Antibiogramm besonders sinnvoll?
Besonders sinnvoll kann ein Antibiogramm sein bei:
- fehlender Besserung unter Antibiotikatherapie,
- wiederkehrender Infektion,
- schwerer Infektion,
- Perichondritis,
- Abszess,
- Verdacht auf Pseudomonas,
- Verdacht auf multiresistente Erreger.
Resistenzen im Krankenhaus und außerhalb
Resistente Bakterien kommen nicht ausschließlich in Krankenhäusern vor.
Sie können auch:
- ambulant,
- in der Bevölkerung,
- auf Haut und Schleimhäuten
vorkommen.
Krankenhäuser stellen jedoch aufgrund des hohen Antibiotikaverbrauchs und vieler besonders gefährdeter Patienten einen wichtigen Bereich für Resistenzprobleme dar.
Besiedlung mit resistenten Bakterien
Ein Mensch kann mit resistenten Bakterien besiedelt sein, ohne krank zu sein.
Beispiel:
MRSA-Besiedlung der Nase oder Haut.
Eine solche Besiedlung ist nicht automatisch eine Infektion.
Erst wenn Bakterien in Gewebe eindringen und klinische Krankheitszeichen verursachen, spricht man von einer Infektion.
Schnellübersicht
| Aussage | Einordnung |
|---|---|
| Menschen werden antibiotikaresistent | nein |
| Bakterien können antibiotikaresistent sein | ja |
| Resistenz kann natürlich vorhanden sein | ja |
| Resistenz kann erworben werden | ja |
| Antibiotika erzeugen Selektionsdruck | ja |
| jedes Therapieversagen bedeutet Resistenz | nein |
| falsches Erregerspektrum kann ebenfalls Ursache sein | ja |
| Pseudomonas besitzt relevante natürliche Resistenzmechanismen | ja |
| Antibiogramm kann Resistenz nachweisen | ja |
| MRSA bedeutet automatisch aktive Infektion | nein |
| Breitbandantibiotika sind immer besser | nein |
| unnötig lange Therapie kann ebenfalls problematisch sein | ja |
| Biofilmtoleranz ist exakt dasselbe wie genetische Resistenz | nein |
| Abszessversagen bedeutet automatisch Resistenz | nein |
| mechanische Reizung ist Resistenz | nein |
| wiederholte Antibiotika ohne Ursachenklärung sind sinnvoll | nein |
Was tun bei Verdacht auf Resistenz?
Bei Verdacht auf eine antibiotikaresistente Piercinginfektion sollte nicht eigenständig:
- die Dosis erhöht,
- ein zweites Antibiotikum ergänzt,
- ein Restmedikament begonnen,
- die Therapie beliebig verlängert
werden.
Stattdessen sollte geprüft werden:
1. Liegt tatsächlich eine bakterielle Infektion vor?
2. Welcher Erreger ist beteiligt?
3. Wurde eine Kultur durchgeführt?
4. Liegt ein Antibiogramm vor?
5. Besteht ein Abszess?
6. Ist Pseudomonas möglich?
7. Besteht eine mechanische Ursache?
Der wichtigste Grundsatz
Antibiotikaresistenz bedeutet nicht:
„Der Körper hat sich an das Antibiotikum gewöhnt.“
Sondern:
Das Bakterium besitzt Eigenschaften, durch die ein bestimmtes Antibiotikum nicht mehr ausreichend wirkt.
Bei Piercinginfektionen muss deshalb zwischen:
- falschem Erregerspektrum,
- echter Resistenz,
- Abszess,
- Biofilmtoleranz,
- unzureichender Gewebegängigkeit,
- mechanischer Ursache
unterschieden werden.
Besonders wichtig ist:
Nicht bei jedem Therapieversagen einfach das nächste Antibiotikum ausprobieren.
Bei komplizierten oder nicht besser werdenden Infektionen sollten:
Erregernachweis und Antibiogramm
die weitere Therapie möglichst gezielt unterstützen.
