Inhaltsverzeichnis
Welche Lymphknoten reagieren bei welcher Piercingstelle?
Welche Lymphknoten auf ein Piercing reagieren können, hängt davon ab:
welches Gewebegebiet lymphatisch drainiert wird.
Lymphgefäße transportieren Flüssigkeit, Antigene und Immunzellen aus einer Körperregion zu:
regionalen Lymphknoten.
Kommt es dort zu:
- Gewebeverletzung,
- Entzündung,
- Infektion
können diese Lymphknoten immunologisch reagieren und vorübergehend:
- größer,
- tastbar,
- druckempfindlich
werden.
Wichtig: Lymphabfluss ist nicht bei jedem Menschen identisch
Die lymphatische Drainage folgt typischen anatomischen Mustern.
Sie ist jedoch nicht vollkommen starr.
Es bestehen:
- individuelle Unterschiede,
- Überlappungen zwischen Drainagegebieten,
- Verbindungen zwischen verschiedenen Lymphknotenstationen,
- alternative Abflusswege.
Deshalb gilt:
Eine Piercingstelle lässt sich nicht immer genau einem einzigen Lymphknoten zuordnen.
Oberflächliche und tiefe Lymphknoten
Lymphknoten können:
- oberflächlich,
- tiefer im Gewebe
liegen.
Oberflächliche Lymphknoten sind bei Vergrößerung manchmal tastbar.
Tiefer gelegene Lymphknoten können dagegen selbst bei einer Reaktion:
von außen nicht tastbar
sein.
Wichtige Lymphknotenregionen für Piercings
Für Piercings sind besonders relevant:
- präaurikuläre Lymphknoten,
- postaurikuläre beziehungsweise mastoidale Lymphknoten,
- okzipitale Lymphknoten,
- submentale Lymphknoten,
- submandibuläre Lymphknoten,
- oberflächliche und tiefe zervikale Lymphknoten,
- axilläre Lymphknoten,
- inguinale Lymphknoten,
- in bestimmten Regionen weitere tiefe Lymphknotenstationen.
Übersicht
| Piercingregion | Mögliche regionale Lymphknoten |
|---|---|
| Ohr | präaurikulär, postaurikulär/mastoidal, teilweise okzipital und zervikal |
| Nase und Gesicht | präaurikulär, submandibulär, zervikal |
| Unterlippe / Kinnbereich | submental, submandibulär, zervikal |
| Oberlippe | überwiegend submandibulär und zervikal |
| Zunge | submental, submandibulär, tiefe zervikale Lymphknoten |
| Brustwarze | überwiegend axillär, zusätzlich weitere Brustwandabflusswege |
| Bauchnabel | je nach Hautgebiet unterschiedliche oberflächliche Abflusswege |
| äußere Genitalregion | überwiegend oberflächliche inguinale Lymphknoten |
| Penis / bestimmte tiefere Strukturen | je nach Struktur auch tiefere inguinale beziehungsweise pelvine Lymphknoten |
| obere Extremität | insbesondere axilläre, teilweise epitrochleäre Lymphknoten |
| untere Extremität | inguinale, teilweise popliteale Lymphknoten |
Diese Tabelle dient nur der:
anatomischen Orientierung.
Ohrpiercings
Die lymphatische Drainage des Ohres ist komplex.
Je nach genauer Stelle können unterschiedliche Lymphknoten reagieren.
Relevant sind insbesondere:
- präaurikuläre beziehungsweise parotideale Lymphknoten,
- postaurikuläre beziehungsweise mastoidale Lymphknoten,
- okzipitale Lymphknoten,
- oberflächliche und tiefe zervikale Lymphknoten.
Lobe
Bei einem:
Lobepiercing
können insbesondere Lymphknoten im Bereich:
- unter beziehungsweise hinter dem Ohr,
- unter dem Unterkiefer,
- am Hals
beteiligt sein.
Die tatsächliche Drainage kann individuell variieren.
Helix
Bei einem:
Helixpiercing
können insbesondere:
- präaurikuläre,
- postaurikuläre,
- zervikale
Lymphknoten reagieren.
Ein tastbarer kleiner Knoten hinter dem Ohr nach einem Helixpiercing kann deshalb grundsätzlich ein:
reaktiver postaurikulärer Lymphknoten
sein.
Forward Helix
Beim:
Forward Helix
liegt die Piercingstelle anatomisch näher an der vorderen Ohrregion.
Dadurch können insbesondere:
- präaurikuläre,
- parotideale,
- zervikale
Lymphknoten beteiligt sein.
Tragus
Beim:
Traguspiercing
ist insbesondere die lymphatische Drainage in Richtung:
- präaurikulärer,
- parotidealer,
- zervikaler
Lymphknoten relevant.
Conch
Beim:
Conchpiercing
können je nach genauer Position:
- präaurikuläre,
- postaurikuläre,
- zervikale
Lymphknoten beteiligt sein.
Rook und Daith
Auch bei:
- Rook,
- Daith
können Lymphwege sowohl zu:
- präaurikulären,
- postaurikulären,
- tiefen zervikalen
Lymphknoten führen.
Eine exakte Zuordnung zu nur einer Lymphknotenstation ist nicht sinnvoll.
Industrial
Ein Industrialpiercing besitzt zwei Stichkanäle im Ohrknorpel.
Dadurch betrifft die lokale Entzündungsreaktion ein größeres Gewebegebiet als bei einem einzelnen Stichkanal.
Mögliche regionale Lymphknoten liegen insbesondere:
- präaurikulär,
- postaurikulär,
- zervikal.
Knorpelpiercings und Lymphknoten
Bei einem unkomplizierten Knorpelpiercing muss keine tastbare Lymphknotenreaktion auftreten.
Wenn jedoch gleichzeitig bestehen:
- starke Schmerzen,
- deutliche Überwärmung,
- zunehmende Schwellung,
- Eiter,
- ausgeprägte regionale Lymphknotenschwellung,
muss eine:
Infektion beziehungsweise Perichondritis
mit berücksichtigt werden.
Siehe:
Gesichtspiercings
Das Gesicht besitzt ein dichtes Netzwerk oberflächlicher und tiefer Lymphbahnen.
Mögliche regionale Lymphknoten sind:
- präaurikuläre,
- parotideale,
- submandibuläre,
- submentale,
- zervikale Lymphknoten.
Welche Gruppe reagiert, hängt stark von der genauen Piercingposition ab.
Augenbrauenpiercing
Beim:
Augenbrauenpiercing
kann die Lymphe insbesondere in Richtung:
- präaurikulärer,
- parotidealer,
- zervikaler
Lymphknoten abfließen.
Die Drainage kann zwischen medialem und lateralem Bereich unterschiedlich verlaufen.
Bridge
Beim:
Bridgepiercing
liegt die Piercingregion im Bereich der Nasenwurzel.
Mögliche Drainagewege können zu:
- präaurikulären,
- submandibulären,
- zervikalen
Lymphknoten führen.
Nostril
Beim:
Nostrilpiercing
können abhängig von der genauen Position insbesondere:
- submandibuläre,
- präaurikuläre,
- tiefe zervikale
Lymphknoten beteiligt sein.
Septum
Beim:
Septumpiercing
liegt ein Teil der lymphatischen Drainage tiefer.
Mögliche Weiterleitung erfolgt unter anderem in Richtung:
- submandibulärer,
- tiefer zervikaler Lymphknoten.
Auch hier lässt sich keine einzelne Lymphknotengruppe eindeutig jedem Septumpiercing zuordnen.
Lippenpiercings
Die Lymphdrainage der Lippen unterscheidet sich teilweise zwischen:
- Oberlippe,
- Unterlippe,
- mittleren und seitlichen Bereichen.
Unterlippe
Der mittlere Bereich der Unterlippe kann insbesondere in Richtung:
submentaler Lymphknoten
drainieren.
Seitliche Bereiche können stärker in Richtung:
submandibulärer Lymphknoten
drainieren.
Von dort erfolgt der weitere Abfluss zu:
zervikalen Lymphknoten.
Labret
Bei einem mittig sitzenden:
Labretpiercing
können deshalb insbesondere:
- submentale,
- submandibuläre,
- zervikale
Lymphknoten relevant sein.
Vertical Labret
Beim:
Vertical Labret
gilt grundsätzlich eine ähnliche regionale Zuordnung wie bei anderen Piercings der Unterlippe.
Möglich sind Reaktionen:
- submental,
- submandibulär,
- zervikal.
Oberlippe
Die Oberlippe drainiert überwiegend in Richtung:
submandibulärer Lymphknoten.
Von dort kann die Lymphe weiter zu:
tiefen zervikalen Lymphknoten
gelangen.
Medusa
Beim mittig sitzenden:
Medusa-Piercing
können vor allem:
- submandibuläre,
- zervikale
Lymphknoten reagieren.
Monroe und seitliche Oberlippenpiercings
Bei seitlich sitzenden Oberlippenpiercings können ebenfalls insbesondere:
- submandibuläre,
- zervikale
Lymphknoten beteiligt sein.
Zungenpiercing
Die Zunge besitzt ein besonders ausgeprägtes lymphatisches Gefäßnetz.
Die Drainage erfolgt abhängig von der Region zu:
- submentalen,
- submandibulären,
- tiefen zervikalen Lymphknoten.
Ein Teil der Zunge besitzt:
beidseitige lymphatische Drainage.
Deshalb können bei Entzündungen der Zunge auch:
beidseitige Lymphknotenreaktionen
auftreten.
Warum ist die Zunge besonders relevant?
Die Mundhöhle besitzt:
- hohe mikrobielle Besiedlung,
- starke Durchblutung,
- ausgeprägtes lymphatisches Netzwerk.
Eine deutliche Lymphknotenreaktion zusammen mit:
- zunehmender Zungenschwellung,
- starken Schmerzen,
- Schluckbeschwerden,
- Fieber
sollte deshalb sorgfältig beurteilt werden.
Brustwarzenpiercing
Ein großer Teil der Lymphe aus der Brustregion fließt in Richtung:
axillärer Lymphknoten.
Diese befinden sich:
in der Achselregion.
Bei einer stärkeren Entzündung eines Brustwarzenpiercings können deshalb dort Lymphknoten reagieren.
Weitere Abflusswege der Brust
Die Brust besitzt nicht nur einen einzigen lymphatischen Abflussweg.
Zusätzliche Drainage kann unter anderem in Richtung:
- parasternaler,
- tiefer liegender thorakaler Lymphknoten
erfolgen.
Deshalb gilt auch hier:
Achsellymphknoten sind wichtig, aber nicht die einzigen möglichen Lymphknotenstationen.
Bauchnabelpiercing
Die Haut des Bauches besitzt oberflächliche Lymphabflussgebiete.
Vereinfacht gilt:
oberhalb des Bauchnabelbereichs
erfolgt der oberflächliche Lymphabfluss eher in Richtung:
axillärer Lymphknoten.
unterhalb des Nabelbereichs
erfolgt die oberflächliche Drainage eher in Richtung:
inguinaler Lymphknoten.
Der Bauchnabel selbst liegt ungefähr in einem:
Übergangsbereich verschiedener Drainagegebiete.
Deshalb ist eine pauschale Zuordnung zu nur einer Lymphknotenstation nicht sinnvoll.
Warum ist das beim Bauchnabel wichtig?
Bei einem entzündeten Bauchnabelpiercing kann deshalb nicht allein anhand eines tastbaren Lymphknotens entschieden werden:
welcher Bereich betroffen ist.
Zusätzlich muss der lokale Befund beurteilt werden.
Surface Piercings
Bei Surface Piercings richtet sich die Lymphdrainage nach:
der jeweiligen Körperregion.
Ein Surface Piercing besitzt deshalb keine eigene typische Lymphknotenstation.
Beispiele:
- Brustkorb → häufig axilläre beziehungsweise thorakale Drainage,
- Unterbauch → häufig inguinale Drainage,
- Nacken → zervikale Drainage.
Dermal Anchor
Auch bei einem:
Dermal Anchor
richtet sich die regionale Lymphreaktion nach der anatomischen Position.
Der Schmucktyp selbst bestimmt nicht:
welcher Lymphknoten reagiert.
Weibliche Intimpiercings
Die äußeren weiblichen Genitalstrukturen drainieren zu einem großen Teil in Richtung:
oberflächlicher inguinaler Lymphknoten.
Diese befinden sich:
in der Leistenregion.
Bei Entzündungen können deshalb dort Lymphknoten reagieren.
Nicht alle genitalen Strukturen drainieren gleich
Tiefere anatomische Strukturen können teilweise zu anderen:
tiefen inguinalen beziehungsweise pelvinen Lymphknotenstationen
drainieren.
Deshalb muss die genaue anatomische Piercingposition berücksichtigt werden.
Männliche Intimpiercings
Auch die lymphatische Drainage männlicher Genitalstrukturen ist abhängig von der genauen Anatomie.
Oberflächliche Hautanteile können vor allem zu:
oberflächlichen inguinalen Lymphknoten
drainieren.
Bestimmte tiefere Strukturen besitzen dagegen andere Drainagewege.
Glans penis
Die Lymphdrainage der Glans erfolgt nicht ausschließlich über die oberflächlichen Leistenlymphknoten.
Sie kann insbesondere über:
tiefe inguinale Lymphknoten
weitergeleitet werden.
Das ist beispielsweise bei Piercings relevant, die direkt Gewebe der Glans betreffen.
Hodensack
Die Haut des Skrotums drainiert überwiegend in Richtung:
oberflächlicher inguinaler Lymphknoten.
Wichtig:
Die:
Hoden selbst
besitzen eine völlig andere lymphatische Drainage und leiten ihre Lymphe in tiefere abdominale Lymphknoten.
Ein oberflächliches Skrotalpiercing betrifft jedoch die Haut beziehungsweise oberflächliches Gewebe und nicht die Lymphdrainage des Hodens.
Obere Extremität
Bei Piercings beziehungsweise Wunden an:
- Hand,
- Unterarm,
- Oberarm
können insbesondere:
- epitrochleäre Lymphknoten,
- axilläre Lymphknoten
reagieren.
Epitrochleäre Lymphknoten
Epitrochleäre Lymphknoten liegen im Bereich:
oberhalb beziehungsweise nahe der Innenseite des Ellenbogens.
Sie können bei Entzündungen von Teilen:
- der Hand,
- des Unterarms
reagieren.
Untere Extremität
Bei Entzündungen im Bereich:
- Fuß,
- Unterschenkel,
- Bein
können insbesondere:
- popliteale,
- inguinale
Lymphknoten beteiligt sein.
Popliteale Lymphknoten
Popliteale Lymphknoten liegen:
in der Kniekehle.
Sie drainieren bestimmte Bereiche des:
- Fußes,
- Unterschenkels.
Nicht jede Entzündung des Beins führt jedoch zu einer tastbaren Reaktion dieser Lymphknoten.
Inguinale Lymphknoten
Inguinale Lymphknoten befinden sich:
in der Leiste.
Sie erhalten Lymphe aus großen Teilen:
- der unteren Extremität,
- des Unterbauchs,
- der äußeren Genitalregion.
Halslymphknoten
Die Halsregion enthält zahlreiche:
oberflächliche und tiefe zervikale Lymphknoten.
Sie erhalten Lymphe aus großen Teilen:
- des Kopfes,
- des Gesichts,
- der Mundhöhle,
- des Rachens.
Deshalb ist eine Halslymphknotenschwellung:
nicht spezifisch für ein Piercing.
Beispiel: Helixpiercing
Ein Helixpiercing zeigt eine leichte lokale Entzündungsreaktion.
Hinter dem Ohr wird gleichzeitig ein kleiner Lymphknoten tastbar.
Das kann anatomisch:
plausibel
sein.
Es beweist jedoch nicht automatisch:
eine bakterielle Infektion.
Beispiel: Zungenpiercing
Nach einem Zungenpiercing werden Lymphknoten unter dem Unterkiefer tastbar.
Auch dies kann grundsätzlich mit einer:
regionalen Immunreaktion
vereinbar sein.
Bei gleichzeitiger:
- zunehmender Zungenschwellung,
- Schluckstörung,
- Atembeeinträchtigung,
- Fieber
ist jedoch eine dringende medizinische Beurteilung erforderlich.
Beispiel: Brustwarzenpiercing
Ein stark entzündetes Brustwarzenpiercing kann mit einer Reaktion der:
axillären Lymphknoten
einhergehen.
Eine tastbare Achselschwellung kann jedoch auch zahlreiche andere Ursachen haben und muss deshalb im Gesamtzusammenhang beurteilt werden.
Beispiel: Genitalpiercing
Bei einer Entzündung eines oberflächlichen Genitalpiercings kann eine Reaktion der:
Leistenlymphknoten
auftreten.
Eine starke oder persistierende Leistenschwellung sollte jedoch nicht automatisch dem Piercing zugeschrieben werden.
Ein tastbarer Knoten muss überhaupt kein Lymphknoten sein
Nicht jeder tastbare Knoten in der Nähe eines Piercings ist ein:
Lymphknoten.
Mögliche andere Ursachen sind:
- Abszess,
- Zyste,
- lokale Gewebeschwellung,
- Narbengewebe,
- Hypergranulation,
- andere anatomische Struktur.
Die Lokalisation allein erlaubt keine sichere Diagnose.
Lymphknoten reagieren nicht nur auf Piercings
Besonders im Kopf-Hals-Bereich können Lymphknoten gleichzeitig auf andere Prozesse reagieren.
Beispiele:
- Zahninfektion,
- Zahnfleischentzündung,
- Mandelentzündung,
- Erkältungsinfekt,
- Hautentzündung,
- entzündete Wunde.
Deshalb gilt:
zeitlicher Zusammenhang mit einem Piercing bedeutet nicht automatisch ursächlichen Zusammenhang.
Rechte und linke Körperseite
Viele oberflächliche lymphatische Drainagewege verlaufen zunächst überwiegend:
regional beziehungsweise seitenspezifisch.
Deshalb kann beispielsweise ein entzündetes Piercing auf einer Körperseite eher zu einer Lymphknotenreaktion derselben Seite führen.
Es gibt jedoch:
- Mittellinienüberschreitungen,
- bilaterale Drainage,
- individuelle Variationen.
Dies gilt besonders im Bereich:
Zunge und zentrale Gesichts-/Mundstrukturen.
Reaktion beidseits möglich
Eine beidseitige Lymphknotenschwellung ist deshalb nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Sie sollte jedoch bei ausgeprägtem oder längerem Verlauf immer im Kontext anderer möglicher Ursachen beurteilt werden.
Lymphknotenreaktion ≠ Ausbreitung der Infektion
Ein regional reagierender Lymphknoten bedeutet nicht automatisch, dass:
die Infektion bereits in den Lymphknoten „gewandert“ ist.
Ein Lymphknoten kann auch durch:
normale Immunaktivierung
anschwellen.
Lymphadenitis
Ist der Lymphknoten selbst deutlich entzündet, spricht man von:
Lymphadenitis.
Siehe:
Lymphangitis
Wenn sich eine bakterielle Entzündung entlang der:
Lymphgefäße
ausbreitet, kann eine:
Lymphangitis
entstehen.
Sie kann unter anderem mit:
- roten streifenförmigen Veränderungen,
- Schmerzen,
- Lymphknotenschwellung,
- Fieber
verbunden sein.
Siehe:
Wann ist eine Lymphknotenreaktion eher unauffällig?
Eher mit einer milden reaktiven Immunantwort vereinbar sind:
- leichte Vergrößerung,
- geringe Druckempfindlichkeit,
- zeitlicher Zusammenhang mit neuem Piercing,
- rückläufiger Verlauf,
- kein Eiter,
- kein Fieber,
- keine deutliche Allgemeinverschlechterung.
Wann ist ärztliche Abklärung sinnvoll?
Eine medizinische Beurteilung ist besonders sinnvoll bei:
- deutlich zunehmender Lymphknotenschwellung,
- starken Schmerzen,
- harter oder schlecht verschieblicher Struktur,
- länger anhaltender Vergrößerung,
- Eiteraustritt am Piercing,
- zunehmender lokaler Entzündung,
- Fieber,
- Schüttelfrost,
- roten streifenförmigen Veränderungen.
Schnellübersicht nach Piercingregion
| Piercingstelle | Typische mögliche Lymphknotenregion |
|---|---|
| Helix / Ohrknorpel | vor oder hinter dem Ohr, Hals |
| Tragus | vor dem Ohr, parotideal, Hals |
| Lobe | hinter/unter dem Ohr, Unterkiefer, Hals |
| Augenbraue | präaurikulär/parotideal, Hals |
| Nostril | submandibulär, präaurikulär, Hals |
| Septum | submandibulär, tiefe Halslymphknoten |
| Unterlippe | submental, submandibulär, Hals |
| Oberlippe | submandibulär, Hals |
| Zunge | submental, submandibulär, tiefe Halslymphknoten |
| Brustwarze | überwiegend Achsel |
| Bauchnabel | Übergangsbereich axillärer und inguinaler Drainage |
| äußere Genitalregion | überwiegend Leiste |
| Hand/Unterarm | Ellenbogenregion, Achsel |
| Bein | Kniekehle und/oder Leiste |
Der wichtigste Grundsatz
Die Lymphknoten, die auf ein Piercing reagieren können, richten sich nach:
der anatomischen Lymphdrainage der Piercingregion.
Dabei gibt es typische Muster, aber keine vollkommen starre Zuordnung.
Deshalb gilt:
Nicht jedes Ohrpiercing reagiert über denselben Lymphknoten und nicht jedes Genitalpiercing drainiert exakt gleich.
Besonders wichtig ist außerdem:
Eine regionale Lymphknotenschwellung allein beweist weder:
eine bakterielle Infektion
noch:
eine Komplikation des Piercings.
Entscheidend sind immer:
- Lokalisation,
- Stärke der Reaktion,
- zeitlicher Verlauf,
- Zustand des Piercings,
- Allgemeinsymptome.
