Beim Piercen werden Haut und tiefer liegende Gewebeschichten durchstochen.
Dabei verlaufen je nach Körperregion auch:
Eine echte relevante Nervenverletzung ist bei fachgerecht ausgeführten Piercings insgesamt selten.
Trotzdem können nach einem Piercing vorübergehend:
auftreten.
Nicht jedes dieser Symptome bedeutet automatisch, dass ein Nerv dauerhaft geschädigt wurde.
Nerven übertragen Informationen zwischen Körper und Nervensystem.
Grundsätzlich unterscheidet man unter anderem:
Sie vermitteln beispielsweise:
Eine Störung kann zu:
führen.
Motorische Nerven steuern Muskeln.
Eine relevante Schädigung kann beispielsweise zu:
führen.
Solche Symptome sind wesentlich ernster zu beurteilen als eine kleine vorübergehende Gefühlsveränderung direkt am Stichkanal.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten.
Wichtig ist insbesondere die Unterscheidung zwischen:
direkter Nervenverletzung
und
vorübergehender Reizung oder Druckbelastung eines Nervs.
Eine direkte Verletzung kann entstehen, wenn eine Nadel oder ein anderes Instrument einen Nervenast tatsächlich verletzt.
Je nach Ausmaß können dabei:
betroffen sein.
Mögliche unmittelbare Beschwerden können sein:
Ein solches Symptom beweist jedoch allein noch keine vollständige Nervendurchtrennung.
Nach einem frischen Piercing kann das umliegende Gewebe anschwellen.
Diese Schwellung kann benachbarte kleine Nerven vorübergehend:
Dadurch können entstehen:
Wenn die Schwellung zurückgeht, können sich solche Beschwerden ebenfalls wieder zurückbilden.
Auch ein größeres Hämatom kann Druck auf einen benachbarten Nerv ausüben.
Dann können zusätzlich zur Schwellung auftreten:
Ein rasch zunehmendes Hämatom zusammen mit neurologischen Symptomen sollte ärztlich beurteilt werden.
Siehe:
Ist der Schmuck bei starker Schwellung zu kurz oder drückt erheblich auf das Gewebe, kann dadurch ebenfalls Druck auf oberflächliche Nerven entstehen.
Warnzeichen können sein:
Dann sollte die Schmucksituation fachkundig beurteilt werden.
Mögliche Symptome sind:
Bei motorischer Beteiligung können hinzukommen:
Siehe:
Nein.
Direkt am Stichkanal können kleine Hautnerven verletzt oder vorübergehend gereizt werden.
Dadurch kann ein begrenzter Bereich zeitweise:
sein.
Kleine sensible Nervenäste können sich teilweise erholen.
Entscheidend ist der Verlauf.
Ein kleiner Bereich, dessen Empfindung allmählich zurückkehrt, ist anders zu beurteilen als eine:
Gefühlsstörung.
Ein plötzlich einschießender oder elektrisierender Schmerz kann darauf hinweisen, dass ein Nerv oder eine Nervenstruktur mechanisch gereizt wurde.
Ein solcher Schmerz beweist jedoch nicht automatisch eine dauerhafte Nervenschädigung.
Wichtig ist:
Bleiben danach neurologische Beschwerden bestehen?
Beispielsweise:
Dann sollte medizinisch abgeklärt werden.
Das hängt vom Ausmaß der Schädigung ab.
Leichte Reizungen oder Druckschäden können sich vollständig zurückbilden.
Auch teilweise verletzte periphere Nerven besitzen grundsätzlich eine gewisse Regenerationsfähigkeit.
Eine schwere Verletzung oder vollständige Durchtrennung kann dagegen:
verursachen.
Deshalb lässt sich unmittelbar nach Auftreten eines Symptoms nicht immer sicher vorhersagen, wie vollständig die Erholung sein wird.
Bei neurologischen Symptomen sollte beobachtet werden:
Eine stetige Besserung spricht eher für eine vorübergehende Reizung.
Eine:
sollte dagegen ärztlich abgeklärt werden.
Eine medizinische Beurteilung ist besonders wichtig bei:
Bei motorischen Ausfällen sollte nicht abgewartet werden.
Bei Verdacht auf eine Nervenreizung sollte nicht versucht werden:
Zusätzliche mechanische Belastung kann das Gewebe weiter reizen.
Nach einem Piercing können neurologische Beschwerden aus unterschiedlichen Gründen entstehen:
Direkte Verletzung eines Nervs
oder
indirekter Druck beziehungsweise Reizung durch Schwellung, Hämatom oder Schmuck.
Von außen lässt sich dieser Unterschied nicht immer sofort sicher feststellen.
Deshalb ist der Verlauf entscheidend:
Werden die Beschwerden weniger – oder nehmen sie zu beziehungsweise bleiben deutlich bestehen?
Eine kleine vorübergehende Gefühlsveränderung unmittelbar am Piercing muss keine dauerhafte Nervenschädigung bedeuten.
Deutliche, anhaltende oder zunehmende neurologische Symptome sollten jedoch nicht ignoriert werden.
Besonders wichtig sind:
Diese gehören medizinisch abgeklärt.
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