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Selbstkontamination

Unter Selbstkontamination versteht man die Übertragung von Mikroorganismen vom eigenen Körper auf eine andere Körperstelle.

Für Piercings ist dieser Übertragungsweg besonders relevant, weil viele Menschen unbewusst:

berühren und anschließend das Piercing anfassen.

Typischer Übertragungsweg

Ein typischer Ablauf ist:

eigene Körperstelle → Hand → Piercing

Beispiele:

Warum ist Selbstkontamination möglich?

Der menschliche Körper ist an vielen Stellen natürlicherweise mit Mikroorganismen besiedelt.

Dazu gehören beispielsweise:

Diese Mikroorganismen sind an ihrem ursprünglichen Ort häufig harmlos.

Werden sie jedoch in eine frische Wunde eingebracht, können sie unter ungünstigen Bedingungen an einer Infektion beteiligt sein.

Eigene Flora ist nicht automatisch ungefährlich

Es ist ein häufiger Irrtum anzunehmen:

„Das sind meine eigenen Keime, deshalb können sie nicht schaden.“

Auch Mikroorganismen der eigenen Haut- oder Schleimhautflora können an einer anderen Körperstelle problematisch werden.

Entscheidend ist:

Nase als mögliche Quelle

Der Nasenvorhof kann unter anderem mit:

Staphylococcus aureus

besiedelt sein.

Wenn jemand:

ist eine Selbstübertragung grundsätzlich möglich.

Mehr dazu:

Staphylococcus aureus

Mund als mögliche Quelle

Die Mundhöhle besitzt eine sehr vielfältige Mikroflora.

Nach Kontakt mit:

können Mikroorganismen über die Hände auf andere Piercings übertragen werden.

Mehr dazu:

Keime der Mundhöhle

Genitalbereich als mögliche Quelle

Auch der Intimbereich besitzt eine eigene natürliche Mikroflora.

Durch:

Genitalbereich → Hand → anderes Piercing

können Mikroorganismen auf eine andere Körperregion übertragen werden.

Mehr dazu:

Mikroorganismen im Intimbereich

Darmnahe Mikroorganismen

Im Anal- und Perinealbereich kommen zahlreiche Mikroorganismen vor.

Dazu gehören unter anderem:

Nach Toilettengang ist Händehygiene deshalb besonders wichtig.

Haare und Kopfhaut

Auch Haare und Kopfhaut tragen Mikroorganismen.

Zusätzlich können sich dort befinden:

Bei Ohrpiercings kann häufiges Berühren der Haare und anschließendes Anfassen des Piercings zur Übertragung beitragen.

Entzündete Hautstellen

Besonders ungünstig ist:

entzündete Hautstelle → Hand → Piercing

Das gilt beispielsweise bei:

Mehrere Piercings

Auch zwischen zwei Piercings kann Selbstkontamination stattfinden.

Beispiel:

entzündetes Piercing A → Hand → gesundes Piercing B

Deshalb sollte bei der Pflege mehrerer Piercings nicht mit demselben:

zwischen verschiedenen Stellen gearbeitet werden.

Schmuckwechsel

Beim Schmuckwechsel besteht ein erhöhtes Risiko für Selbstkontamination.

Dabei werden gleichzeitig:

miteinander in Kontakt gebracht.

Zusätzlich kann der Kanal mechanisch gereizt werden.

Drehen und Verschieben

Unnötiges Drehen oder Verschieben des Schmucks kann:

Deshalb sollte Schmuck nicht routinemäßig bewegt werden.

Krusten entfernen

Auch beim Entfernen von Sekretablagerungen ist Händehygiene wichtig.

Unnötiges:

kann Mikroorganismen einbringen und die Haut zusätzlich verletzen.

Fingernägel

Unter Fingernägeln können sich:

ansammeln.

Deshalb sollte ein Piercing nicht mit Fingernägeln bearbeitet werden.

Smartphone als Zwischenstation

Selbstkontamination kann auch indirekt ablaufen.

Beispiel:

Gesicht → Hand → Smartphone → Hand → Piercing

Das Smartphone kann dadurch als Zwischenstation einer Übertragungskette dienen.

Haustiere

Auch nach Tierkontakt können Mikroorganismen über die Hände weitergegeben werden.

Beispiel:

Tier berühren → Piercing anfassen

Deshalb sollten vor Piercingpflege die Hände gereinigt werden.

Selbstkontamination bei Oralpiercings

Bei Oralpiercings besteht naturgemäß Kontakt mit der eigenen Mundflora.

Zusätzlich können aber durch Hände weitere Mikroorganismen eingebracht werden.

Beispiele:

Selbstkontamination bei Intimpiercings

Bei Intimpiercings können ebenfalls Mikroorganismen der eigenen Flora übertragen werden.

Besonders relevant ist:

Selbstkontamination bedeutet nicht automatisch Infektion

Auch hier gilt:

Übertragung ist nicht gleich Infektion.

Damit eine Infektion entsteht, spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

Warum ein frisches Piercing besonders anfällig ist

Ein frischer Stichkanal besitzt noch keine vollständig geschlossene Hautbarriere.

Dadurch können Mikroorganismen leichter:

Selbstkontamination und Reizung

Nicht jede Verschlechterung nach häufigem Berühren ist eine Infektion.

Häufig kann auch reine mechanische Reizung entstehen durch:

Dadurch können:

entstehen.

Wie lässt sich Selbstkontamination vermeiden?

Wichtige Maßnahmen sind:

Pflegeprinzip

Für die Nachsorge gilt:

so viel wie nötig – so wenig Manipulation wie möglich

Eine übermäßige Pflege kann genauso problematisch sein wie unzureichende Hygiene.

Wichtig

Selbstkontamination ist die Übertragung eigener Mikroorganismen auf eine andere Körperstelle.

Typisch ist:

Körperstelle → Hand → Piercing

Besonders relevant sind:

Das Risiko lässt sich vor allem reduzieren durch:


Weiterführende Themen: Nachsorge nach Piercingstelle


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