Die Hände gehören zu den wichtigsten Übertragungswegen von Mikroorganismen.
Für Piercings ist das besonders relevant, weil ein frischer oder gereizter Stichkanal eine Eintrittspforte für Keime darstellt.
Mikroorganismen können sowohl über die Hände des Piercers als auch über die Hände des Kunden an das Piercing gelangen.
Hände kommen im Alltag ständig mit unterschiedlichen Oberflächen in Kontakt.
Dadurch können sich vorübergehend Mikroorganismen auf der Haut befinden.
Diese können beispielsweise stammen von:
Werden anschließend Piercingstelle oder Schmuck berührt, können Mikroorganismen übertragen werden.
Auf den Händen befinden sich:
Die residente Hautflora gehört zur normalen Besiedlung.
Vorübergehend aufgenommene Mikroorganismen können beispielsweise durch Kontakt mit:
auf die Hände gelangen.
Besonders häufig geschieht eine Übertragung durch:
Dabei können Mikroorganismen direkt an den Stichkanal gebracht werden.
Ein häufiges Problem ist das wiederholte kontrollierende Berühren.
Typische Situationen sind:
Jedes unnötige Berühren erhöht die Möglichkeit, Mikroorganismen auf die Wunde zu übertragen.
Auch im professionellen Studio ist Händehygiene entscheidend.
Der Piercer berührt während einer Behandlung:
Ohne klare Trennung zwischen sauberen und kontaminierten Arbeitsschritten kann es zur Kreuzkontamination kommen.
Handschuhe sind wichtig, aber sie machen eine Hand nicht automatisch hygienisch sicher.
Ein Handschuh kann genauso kontaminiert werden wie eine ungeschützte Hand.
Beispiele:
Danach ist der Handschuh nicht mehr für einen sterilen Arbeitsschritt geeignet.
Ein Handschuhwechsel ist erforderlich, wenn:
Der genaue Ablauf muss in ein konsequentes Hygienekonzept eingebunden sein.
Die hygienische Händedesinfektion reduziert die Zahl potenziell übertragbarer Mikroorganismen.
Sie ist in der professionellen Piercingpraxis besonders relevant:
Händewaschen und Händedesinfektion haben unterschiedliche Aufgaben.
Waschen dient insbesondere der Entfernung:
Eine häufige Kombination aus intensivem Waschen und Desinfizieren kann die Hautbarriere belasten.
Deshalb sollte Händehygiene fachgerecht und situationsbezogen durchgeführt werden.
Rissige oder entzündete Haut an den Händen kann problematisch sein.
Beschädigte Haut:
Eine intakte Hautbarriere ist daher auch Teil des Arbeitsschutzes.
Unter langen oder künstlichen Fingernägeln können sich Mikroorganismen und Verschmutzungen ansammeln.
Für Tätigkeiten mit hohen hygienischen Anforderungen sind daher kurze und gepflegte Nägel günstiger.
Ringe, Armbänder und ähnliche Gegenstände können:
Im Arbeitsbereich sollte Schmuck an Händen und Unterarmen deshalb vermieden werden.
Ein häufiger Übertragungsweg ist:
eigene Körperstelle → Hand → Piercing
Beispiele:
und danach das Piercing anfassen.
Mehr dazu:
Smartphones werden häufig mit ungewaschenen Händen berührt und können Mikroorganismen tragen.
Besonders problematisch ist:
Smartphone berühren → Piercing anfassen
oder im Studio:
Smartphone berühren → mit denselben Handschuhen weiterarbeiten
Das Smartphone sollte deshalb nicht in einen aseptischen Arbeitsablauf einbezogen werden.
Haare und Bettwäsche sind nicht steril.
Wer nachts auf einem frischen Ohrpiercing liegt und dieses anschließend mit den Händen manipuliert, kombiniert mehrere mögliche Belastungen:
Nicht jeder Kontakt führt zu einer Infektion.
Dafür müssen mehrere Faktoren zusammenkommen.
Dazu gehören:
Ein frischer Piercingkanal stellt jedoch eine besonders geeignete Eintrittspforte dar.
Über Hände können zahlreiche Mikroorganismen übertragen werden.
Dazu gehören unter anderem:
Welche Mikroorganismen tatsächlich übertragen werden, hängt davon ab, womit die Hände zuvor Kontakt hatten.
Staphylococcus aureus kann Haut und Nasenschleimhaut besiedeln.
Durch:
kann eine Selbstübertragung grundsätzlich möglich sein.
Mehr dazu:
Auch Piercingsekret kann Mikroorganismen enthalten.
Wird Sekret mit der Hand berührt und anschließend eine andere Wunde oder ein anderes Piercing angefasst, kann es zu einer Weiterübertragung kommen.
Schmuckwechsel ist ein besonders sensibler Moment.
Dabei kann der Stichkanal:
werden.
Werden gleichzeitig Mikroorganismen über die Hände eingebracht, kann das Infektionsrisiko steigen.
Mehr dazu:
Das unnötige Drehen oder Verschieben von Schmuck kann:
Ein Piercing sollte deshalb nicht aus Gewohnheit gedreht werden.
Vor jeder notwendigen Pflege sollte der Kunde:
Das Ziel ist nicht maximale Manipulation, sondern möglichst wenig unnötiger Kontakt.
Ein professioneller Arbeitsablauf sollte verhindern, dass Mikroorganismen von:
auf sterile Materialien oder die Piercingstelle übertragen werden.
Hände gehören zu den wichtigsten Übertragungswegen von Mikroorganismen.
Für Piercings gilt deshalb:
So wenig unnötiger Handkontakt wie möglich.
Entscheidend sind: