Gegenstände und Oberflächen können Mikroorganismen aufnehmen und vorübergehend weitertragen.
Für frische Piercings ist dieser Übertragungsweg relevant, weil ein noch nicht vollständig verheilter Stichkanal leichter mit Mikroorganismen in Kontakt kommen kann.
Besonders häufig geschieht die Übertragung indirekt über:
Bei der indirekten Übertragung erfolgt der Kontakt nicht unmittelbar von Mensch zu Mensch.
Typischer Ablauf:
kontaminierte Oberfläche → Hand → Piercing
oder:
kontaminierter Gegenstand → direkter Kontakt mit dem Piercing
Zu den typischen Kontaktflächen gehören:
Smartphones gehören zu den am häufigsten berührten Alltagsgegenständen.
Sie können Mikroorganismen von:
aufnehmen.
Besonders bei Ohr- und Gesichtspiercings kann ein Smartphone zusätzlich direkt an die Piercingstelle gelangen.
Bei Ohrpiercings können Kopfhörer:
Besonders problematisch kann dies bei:
sein.
Brillenbügel können bei bestimmten Ohrpiercings anliegen oder reiben.
Relevant sind insbesondere:
Das Problem ist häufig eine Kombination aus:
Helme und enge Kopfbedeckungen können:
Bei frischen Ohrpiercings sollten solche Belastungen möglichst reduziert werden.
Bettwäsche ist nicht steril.
Zusätzlich können sich dort sammeln:
Bei Ohrpiercings ist besonders relevant:
Kissenkontakt + Druck + Reibung
Handtücher können Mikroorganismen aufnehmen und in feuchtem Zustand länger halten.
Problematisch sind insbesondere:
Für frische Piercings sind saubere Einmalmaterialien hygienisch kontrollierbarer.
Kleidung kann bei bestimmten Piercings direkten Kontakt haben.
Relevant sind beispielsweise:
Probleme entstehen insbesondere durch:
Rasierer können:
Im Bereich frischer Piercings sollte eine zusätzliche Verletzung durch Rasur möglichst vermieden werden.
Auch Schmuck ist eine Oberfläche.
Er kann mit Mikroorganismen kontaminiert werden durch:
Optisch sauber bedeutet nicht automatisch hygienisch sicher.
Schmuck, der in einen frischen Stichkanal eingebracht wird, muss hygienisch sicher vorbereitet sein.
Eine Kontamination unmittelbar vor dem Einsetzen kann Mikroorganismen direkt in den Stichkanal bringen.
Beim Schmuckwechsel entstehen mehrere mögliche Übertragungswege gleichzeitig:
Zusätzlich kann der Kanal mechanisch gereizt oder verletzt werden.
Mehr dazu:
Werkzeuge können Mikroorganismen übertragen, wenn sie:
werden.
Mehrfach verwendbare Instrumente müssen entsprechend ihrem Einsatzbereich fachgerecht aufbereitet werden.
Typische Kontaktflächen sind:
Diese Flächen können Teil einer Übertragungskette werden.
Ein typischer Ablauf kann sein:
kontaminierter Handschuh → Schubladengriff → neuer Handschuh → Schubladengriff → steriles Material
So können Mikroorganismen unbemerkt weitergetragen werden.
Mehr dazu:
Besonders kritisch sind Oberflächen, die während einer Behandlung häufig angefasst werden.
Dazu zählen:
Sie sollten in das Hygienekonzept einbezogen werden.
Auch die Außenseite von:
kann kontaminiert werden.
Besonders problematisch ist, wenn mit kontaminierten Handschuhen anschließend sterile Materialien berührt werden.
Ein Sprühkopf sollte nicht direkt:
berühren.
Andernfalls kann er mit Sekret oder Mikroorganismen kontaminiert werden.
Einmalmaterialien sollten nur einmal verwendet werden.
Ein benutztes Wattestäbchen oder eine Kompresse darf nicht:
werden.
Der Nachweis von Mikroorganismen auf einer Oberfläche bedeutet nicht automatisch, dass daraus eine Infektion entsteht.
Relevant sind zusätzlich:
Mikroorganismen unterscheiden sich deutlich darin, wie lange sie außerhalb des Körpers überleben können.
Einflussfaktoren sind unter anderem:
Deshalb lässt sich keine allgemeine Überlebensdauer für „Keime auf Oberflächen“ angeben.
Feuchte Oberflächen können für bestimmte Mikroorganismen günstigere Bedingungen bieten als trockene Flächen.
Besonders relevant ist dies bei:
Auf dauerhaft feuchten Oberflächen können sich Biofilme bilden.
Dazu zählen beispielsweise:
Mehr dazu:
Reinigung und Desinfektion sind nicht dasselbe.
Reinigung
entfernt Verschmutzungen.
Desinfektion
reduziert beziehungsweise inaktiviert Mikroorganismen entsprechend dem Wirkspektrum des eingesetzten Mittels.
Im professionellen Studio müssen beide Maßnahmen in ein nachvollziehbares Hygienekonzept eingebunden sein.
Bei sichtbarer Kontamination mit:
muss die Oberfläche entsprechend hygienisch behandelt werden.
Eine reine Sichtkontrolle reicht nicht aus.
Ein Flächendesinfektionsmittel sollte:
Herstellerangaben müssen beachtet werden.
Eine Fläche ist nicht automatisch desinfiziert, sobald sie mit einem Mittel benetzt wurde.
Die vorgeschriebene Einwirkzeit ist Bestandteil der korrekten Anwendung.
Nicht jede Fläche im Studio muss gleich behandelt werden.
Besonders relevant sind:
Auch persönliche Gegenstände des Kunden können Mikroorganismen tragen.
Beispiele:
Diese sollten nicht unkontrolliert in den sterilen beziehungsweise sauberen Arbeitsbereich gelangen.
Auch Haare können Mikroorganismen und Hautpartikel tragen.
Bei Ohr- oder Gesichtspiercings können sie zusätzlich:
Auch Tierkontakt kann Mikroorganismen übertragen.
Besonders relevant ist:
Tier berühren → Piercing berühren
oder direkter Kontakt eines Tieres mit einer frischen Wunde.
Viele Gegenstände sind nicht nur mikrobiologisch relevant.
Oft ist die mechanische Belastung sogar wichtiger.
Beispiele:
Damit verbinden sich:
Druck + Mikrotrauma + mögliche Kontamination
Sinnvoll sind:
Wichtig sind:
Gegenstände und Oberflächen können Teil einer Übertragungskette sein.
Für Piercings ist besonders relevant:
Oberfläche → Hand → Piercing
oder:
Gegenstand → direkte Piercingstelle
Das Risiko lässt sich reduzieren durch: