Bei Pflegeprodukten, Medizinprodukten und Arzneimitteln ist die Zweckbestimmung ein zentraler Begriff.
Sie beschreibt, wofür ein Produkt vom Hersteller vorgesehen ist.
Das ist besonders wichtig, weil zwei Produkte ähnliche Inhaltsstoffe enthalten können und trotzdem für unterschiedliche Anwendungen bestimmt sein können.
Für die Piercingpflege bedeutet das:
Nicht nur auf den Inhaltsstoff schauen – sondern immer auch auf die vorgesehene Anwendung des konkreten Produktes.
Die Zweckbestimmung beschreibt den vom Hersteller vorgesehenen Einsatz eines Produktes.
Dazu gehören beispielsweise Angaben dazu:
Die Zweckbestimmung ergibt sich insbesondere aus:
Ein Produktname kann sehr allgemein oder werblich formuliert sein.
Bezeichnungen wie:
reichen nicht aus, um die genaue Anwendung sicher zu bestimmen.
Entscheidend ist:
Was gibt der Hersteller ausdrücklich als vorgesehenen Verwendungszweck an?
Zwei Produkte können beispielsweise beide:
enthalten.
Trotzdem können sie unterschiedlich eingeordnet und für unterschiedliche Anwendungen vorgesehen sein.
Mögliche Unterschiede sind:
Deshalb darf nicht allein aus einem Inhaltsstoff geschlossen werden:
„Dieses Produkt kann genau dasselbe wie das andere.“
Bei Medizinprodukten ist die Zweckbestimmung besonders wichtig.
Ein Medizinprodukt wird vom Hersteller für einen bestimmten medizinischen Zweck vorgesehen.
Dabei kann es beispielsweise bestimmt sein zur:
Die bestimmungsgemäße Hauptwirkung eines Medizinproduktes darf dabei nicht primär pharmakologisch, immunologisch oder metabolisch erreicht werden.
Das unterscheidet Medizinprodukte grundsätzlich von Arzneimitteln.
Arzneimittel werden unter anderem eingesetzt zur:
Die Wirkung erfolgt dabei typischerweise:
Auch hier ist entscheidend:
Nicht jeder bekannte Wirkstoff macht jedes Produkt automatisch zu einem Arzneimittel.
Die konkrete Produktzulassung ist maßgeblich.
Kosmetische Mittel sind hauptsächlich für Zwecke vorgesehen wie:
Ein kosmetisches Mittel ist grundsätzlich nicht dafür bestimmt, eine bakterielle Infektion oder andere Erkrankung medizinisch zu behandeln.
Ein Produkt kann beispielsweise für:
vorgesehen sein.
Diese Anwendungen sind nicht automatisch austauschbar.
Ein Produkt für die äußere Haut ist nicht automatisch für:
geeignet.
Auch die Frage, in welcher Situation ein Produkt verwendet werden soll, gehört zur Zweckbestimmung.
Beispiele:
Ein Produkt, das für die normale Reinigung vorgesehen ist, ersetzt nicht automatisch eine medizinische Behandlung einer Infektion.
Ein Produkt wird bestimmungsgemäß verwendet, wenn es entsprechend den Herstellerangaben eingesetzt wird.
Dazu gehören beispielsweise:
Wird ein Produkt außerhalb dieser Angaben verwendet, handelt es sich möglicherweise um eine Anwendung außerhalb der vorgesehenen Zweckbestimmung.
Die Gebrauchsanweisung kann Informationen enthalten zu:
Diese Informationen sind wichtiger als allgemeine Empfehlungen aus:
Bei einem Piercing sollte vor der Anwendung eines Produktes geprüft werden:
Ist das Produkt überhaupt für diesen Einsatz vorgesehen?
Beispiele:
Eine sterile NaCl-Lösung 0,9 % kann je nach konkretem Produkt beispielsweise zur:
vorgesehen sein.
Sie wirkt nicht automatisch antiseptisch.
Mehr dazu:
Prontolind und Prontosan enthalten ähnliche Wirkstoffsysteme.
Trotzdem sollten sie nicht einfach als identisch betrachtet werden.
Die konkrete:
muss jeweils separat geprüft werden.
Siehe:
Werbliche Aussagen können vereinfacht oder besonders positiv formuliert sein.
Für eine fachliche Beurteilung sollten daher bevorzugt verwendet werden:
Nicht allein:
Bei einer Produktempfehlung sollte nicht nur gesagt werden:
„Das Produkt enthält Wirkstoff X.“
Sondern besser:
„Dieses konkrete Produkt ist vom Hersteller für Anwendung Y vorgesehen.“
Das ist fachlich deutlich präziser.
Ist die vorgesehene Anwendung nicht eindeutig, sollte nicht geraten werden.
Dann können geprüft werden:
Gerade bei Produkten mit medizinischem Anspruch sollte die Einordnung sauber dokumentiert werden.
Für die Piercingpflege gilt:
Inhaltsstoff + Konzentration + Zweckbestimmung + Anwendung müssen zusammen betrachtet werden.
Nicht ausreichend ist:
„Da ist derselbe Wirkstoff drin, also kann ich es genauso benutzen.“
Die entscheidende Frage lautet:
„Wofür ist genau dieses Produkt vorgesehen?“
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